Versprechungen sind die Stolperfalle für Deinen Erfolg

Letztes mal ging es um ein sehr angenehmes Thema, nämlich sich an die glücklichen Momente und erreichten Ziele des vergangenen Jahres zurück zu erinnern.

Doch da war doch noch was… ist mir da nicht das eine oder andere versprochen worden? Was ist eigentlich daraus geworden und wie viel habe ich aufgrund der Versprechung eigentlich schon an Zeit und Leistung investiert?

Versprechungen werden gerne gemacht, um Dir etwas in Aussicht zu stellen, für das Du  jedoch noch eine Leistung erbringen oder eine Bedingung erfüllen sollst. Meistens werden Versprechungen nicht eingelöst.

WARUM DIESES THEMA FÜR DICH WICHTIG IST
Wenn Du Deine innere Führung auf Glück, Freiheit und Erfolg ausrichten willst, dann ist es wichtig, Stolperfallen rechtzeitig zu erkennen, diese möglichst realistisch einzuschätzen und smart damit umzugehen. Versprechungen ziehen Energie, können Zeit vergeuden,  lenken Deinen Fokus möglicherweise in eine ungewollte Richtung und beeinflussen Dein Denken und Handeln.

Versprechungen gibt es oft im Zusammenhang mit:

  • Einem beruflichen Aufstieg
  • Einer Gehaltserhöhung oder anderen berufsbezogenen Privilegien
  • Deiner Familienplanung (z.B. Kinderwunsch)
  • Partnerschaftlichen Angelegenheiten wie Beziehungswunsch oder Heirat
  • Finanziellen Zuwendungen seitens der Eltern, Großeltern, Verwandtschaft

Achte hier darauf, dass Dein Tun, Dein Einsatz, Deine Hingabe, Dein Vertrauen auch zeitnah erwidert werden. Wie das am besten geht, erkennst Du vor allem an zwei Faktoren:

  1. Der SPRACHE
  2. Der ZEIT

Wenn, dann…bald…nur noch das eine muss erledigt werden, dann endlich…
Das sind typische Formulierungen innerhalb von Versprechungen, die Dich dazu bringen sollen,

  • etwas bestimmtes zu tun/ noch mehr zu tun, von dem der andere profitiert.
  • Dich den sozialen Ansprüchen des anderen anzupassen und regelrecht mit zu spielen, dass der andere öffentlich gut dasteht, es gemütlich hat etc..
  • dass Du öffentlich Meinungen des anderen vertrittst, die eigentlich mit Deinen Prinzipien nicht vereinbar sind.
  • dass Du vermeidest, Kritik zu üben und stattdessen die Interessen/ das Verhalten des anderen als richtig bestätigst, schlimmstenfalls verteidigst, obwohl Dir das persönlich zuwider ist.

Typische Beispielsätze aus verschiedenen Lebensbereichen, wie Dir Versprechungen gemacht werden können:

  1. „Wenn Sie dieses Projekt noch zusätzlich übernehmen/ mehr Überstunden machen/ die Umstrukturierung zügig umsetzen, dann steht Ihrer Beförderung nichts mehr im Weg.“
  2. „Die Stelle ist schon für Sie freigehalten. Ein bisschen Geduld noch. Ihr Arbeitseinsatz wird belohnt!“
  3. „Nächstes Jahr erwarten wir endlich eine Gewinnsteigerung. Dann können wir uns noch einmal über eine Gehaltserhöhung/ Firmenwagen/ Bonus unterhalten.“
  4. „Wenn das Auto abbezahlt ist/ wir zusammen gezogen sind/ ich den neuen Job habe, dann können wir ein Kind bekommen/ heiraten.“
  5. „Bald bekommst Du schon mal einen Anteil aus Deinem Erbe/ gerne würden wir Dich endlich mal finanziell unterstützen, nur ist unser Geld noch (in Anlagepapieren) gebunden/ festgelegt.“

Bei näherer Betrachtung wirst Du schnell feststellen, dass es von vorneherein bei den Versprechungen bleiben wird und die Versprechungen nur zweckdienlich sind – und zwar dem anderen. Denn neben entlarvenden Sprachmustern ist es der Faktor ZEIT, der Dir schnell auf die Sprünge hilft.

Dabei kannst Du Dir folgende Fragen stellen:

  • Was war denn VOR der Versprechung für ein Zustand? Im vergangenen Jahr, im vergangenen Jahrzehnt?
  • Und wie kommt es, dass es nun tatsächlich endlich eintreten soll?

Zu a.: Es ist doch davon auszugehen, dass Du die letzten Jahre schon fleißig und fähig warst, vielleicht schon viele Projekte umgesetzt hast und Dich das eine oder andere Mal vielleicht auch persönlich für Deinen Arbeitgeber ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt hast. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass genau dieses eine Projekt endlich den Anlass geben wird, dass Du befördert wirst. Die Gegenfrage könnte also lauten: „Warum erst jetzt?“

Zu b.: Ganz ehrlich: Kannst Du mir auch nur einen Kollegen nennen, der eine „freigehaltene Stelle“ auch wirklich bekommen hat? Eher erinnerst Du Dich sicher daran, dass die Stelle letztendlich von einem externen Mitarbeiter besetzt wurde, ganz nach dem Motto „neue Besen kehren gut“.

Zu c.: Wann war die letzte Gewinnsteigerung und warum hast Du die Privilegien nicht schon zu diesem Zeitpunkt bekommen?

Zu d.: Einen biologischen Vorgang wie eine Schwangerschaft mit finanziellen/materiellen Plänen zu takten, ist schlicht absurd. Wer wirklich ein Kind bekommen möchte, der bekommt es, erst recht in einem der reichsten Länder der Welt. Hier greift wie nirgendwo anders im Leben das Zitat: Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“

Zu e.: Solche späten Versprechungen von finanziellen Zuwendungen können ja i.d.R. nur von Eltern/ Verwandten kommen, die nicht erst gestern oder kürzlich ihr Vermögen aufgebaut haben. Erinnere Dich besser einmal daran, wie das denn in der Vergangenheit abgelaufen ist. Bist Du z.B. während Deines Studiums oder in finanziellen Notlagen unterstützt worden, immer vorausgesetzt natürlich, dass damals bereits die Möglichkeit der Unterstützung bestanden hat. Wie haben sich Deine Eltern grundsätzlich verhalten z.B. beim bestandenen Examen, Deiner Heirat etc.? Oder bei Notlagen, Krankheit, Kummer? War zu dieser Zeit der Kontakt fürsorglich, wohlwollend, anerkennend? Oder eher gleichgültig, egozentrisch und geizig? Wer sein Kind schon in satten Zeiten nicht unterstützt, von dem kannst Du auch jetzt nichts mehr erwarten. Erfahrungsgemäß ändern sich Menschen nicht mehr so grundlegend.

Oft ist es Selbstmitleid, Eigennutz und Scham über Versäumnisse, die Eltern zu Versprechungen leiten, von denen sie selbst genau wissen, dass sie diese nie einlösen wollen. – Höre in solchen Fällen auf Dein Herz, überprüfe die Motivation Deines Tuns und bleibe Dir treu. Sich zu verbiegen, mitzuspielen und nach dem Mund zu reden um des lieben Friedens willen macht Dich nur zum gehorsamen Hündchen, möglicherweise in Hoffnung darauf, dass sich der andere geändert hat. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Meine Empfehlung, wenn Dir etwas versprochen wird: Frage Dich

  1. WARUM wird Dir dies (jetzt auf einmal)  versprochen?
  2. Was treibt Dich persönlich an, auf dieses Versprechen einzugehen?
  3. Wie profitiert der andere davon, wenn er/ sie Dir das verspricht?
  4. Wie war die Situation vorher?
  5. Was musst Du dafür an Leistung erbringen? Ist es vom Aufwand her verhältnismäßig und ist es mit Deinen ethischen Überzeugungen vereinbar?
  6. Wie viel Zeit ist vergangen vom geäußerten Versprechen bis zum heutigen Zeitpunkt?
  7. Ist es realistisch, dass das Versprechen tatsächlich eingelöst wird?
  8. Bin ich gegenwärtig überhaupt noch bereit, auf das Versprochene zu warten/ einzugehen oder hat sich meine Zielsetzung/ meine Haltung geändert?

Hinterfragen ist wirklich das A und O, wenn Du ein Leben nach Deinen Vorstellungen leben willst. Hinterfrage regelmäßig und in alle Richtungen rund um Deine Person. Deine Zeit und Deine Ressourcen sind begrenzt. Setze sie also mit Köpfchen ein und falle nicht auf Versprechungen rein, die nur anderen dienlich sind und schlimmstenfalls Deinen Spirit, Deine Persönlichkeit und Deine Ideale korrumpieren.
​Durch Versprechungen soll möglicherweise Deine Leistungsbereitschaft, Dein Gehorsam und Dein Opportunismus angefüttert werden. Deswegen: Sei achtsam, bleibe unabhängig und halte Ausschau nach positiven Absichten.

Alles Liebe – Deine Patrizia

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