Stellst Du den Hintergrund eines Menschen in den Vordergrund, siehst Du dessen Persönlichkeit nicht mehr

Gerade in Deutschland scheint es selbst im 21. Jahrhundert in vielen Teilen der Gesellschaft noch gängige Überzeugung zu sein, dass der akademische Hintergrund das wichtigste Kriterium für den beruflichen und sozialen Aufstieg ist. Mit dieser Grundüberzeugung wird schlussfolgernd oft jahrzehntelang gelernt und studiert, es werden Titel und Zertifikate angehäuft, bis die Birne vor lauter Wissen völlig dicht und der Blick verstellt ist für das, was zeitgleich um einen herum passiert:

wenn andere mit scheinbar wesentlich geringeren Qualifikationen lässig an einem vorbei ziehen – mit weniger Aufwand, weniger Stress, weniger Bildung etc..

Was hat sie, was ich nicht habe?!

Entsetzt über die eigene Erfolglosigkeit höre ich im Coaching oft Sätze wie “was hat sie, was ich nicht habe?!” oder “wie kommt es, dass ich mich immer mehr bemühen muss als andere?!” oder “warum sie und nicht ich? die kann doch nur gut reden und andere um den Finger wickeln!”.

Verstehe mich jetzt bitte nicht falsch. Bildung ist wichtig und ich selbst habe auch einen Beruf gelernt, habe studiert und bilde mich bis heute permanent weiter. Auch ich bin also stolz auf das, was ich mir aus eigener Kraft und übrigens ohne jegliche finanzielle Hilfestellung aufgebaut habe. Doch es ist eine Realität, dass Dich Zertifikate nicht unweigerlich erfolgreich machen ebenso wie ein akademischer Titel nicht wirklich aussagefähig ist, wenn es um Deine inneren und äußeren Führungsqualitäten geht.

Wenn ich heute – viele Jahre nach meinem Hochschulabschluss – Kommilitonen wieder sehe, dann höre ich oft die gleichen traurigen Stories. Gerade die besonders eifrigen Kommilitonen, oft promoviert, sind leider diejenigen, die heute sozial am schlechtesten dastehen. Sie hangeln sich von einem befristeten Job zum nächsten, unterbezahlt und ohne Perspektive, am Rand der Gesellschaft und schließlich am Leben vorbei. Und eigentlich, Du hast es Dir vielleicht schon gedacht, müsste ich Dir auch erzählen, dass es sich bei den hoch gebildeten Kommilitonen meistens um Frauen handelt.

Es ist auffällig, dass Frauen tendenziell wesentlich mehr Energie darauf verwenden, ihren Bildungs-Background zu optimieren. Tief verwurzelte gesellschaftliche Prägungen des “Gefallen-Wollens” oder “Gefallen-Sollens” schüren bis heute Ängste, nicht gut genug zu sein oder auch die Angst, nicht so sein zu dürfen, wie man wirklich ist…bis der Bildungshintergrund schließlich wie ein Statussymbol dazu dienlich sein kann, sich dahinter zu verstecken.

“Be what you are” war ein Werbeslogan einer beliebten Fluggesellschaft 🙂 und dieser Slogan hat es in sich, denn er setzt Elementares voraus:

1. Lerne Dein Selbst und Deine Persönlichkeit KENNEN

3. Sei bereit, Deine Persönlichkeit stetig weiter zu entwickeln – am besten durch die Hilfe von Mentoren oder Sparringspartner im Coaching/ Training
2. Nehme Deine unterschiedlichen Persönlichkeitsanteile an und übe Dich in SELBSTLIEBE – auch und gerade dann, wenn es weh tut
4. Habe den MUT, Deine Persönlichkeit zu zeigen

So geht Führung – im Innen wie im Außen – nie ohne den Mut, die eigene Persönlichkeit zu zeigen.

Der soziale und akademische Background ist nur zu  ca. 30% relevant, wenn es darum geht, eine Führungsrolle einzunehmen, erfolgreich zu sein und letztlich ein Leben nach eigenen Standards zu verwirklichen.

Seine Persönlichkeit so zu zeigen, wie sie wirklich ist, macht zwar verletzlich, doch es gibt Dir in vielerlei Hinsicht so viel mehr! Es macht Dich frei, mutig und eben auch: authentisch!
Menschen folgen nicht Deinen Titeln, Menschen folgen Deinem Spirit und Deinem Charisma, Eigenschaften, die Du durch Deine Persönlichkeit lebst.

Bildnachweis: fotografiert von Patrizia Blaha zeigt das Bild eine Sonnenschutzinstallation vor dem Art Museum in Bukchon, Seoul >> die vielen Schichten versinnbildlichen meiner Meinung nach sehr gut die vielen Facetten einer Persönlichkeit, die wertfrei behandelt werden sollten  und bei der richtigen Betrachtung alle gleich schön strahlen können