Im Beitrag ‘Wenn Wünsche ein Geheimnis bleiben’ ging es ja darum, wie Du es schaffst, Deine Wünsche wahr werden zu lassen, indem Du diese irgendwann aussprichst. Die Reaktionen meiner Leserschaft waren entsprechend oft etwa so: „Ach ja, das ist einfacher gesagt als getan“, wobei das wiederum süß ist, denn da steckt ja immerhin das Wort GESAGT schon drin. Wollen Deine Freunde Veränderung?

Zuerst ist der Gedanke da, dann muss der Mut aufgebracht werden, das Gedachte und so sehnlichst Gewünschte auszusprechen, bevor es schließlich in die Tat umgesetzt wird. Alles easy, alles schon mit der Muttermilch aufgesogen … und doch ist es in der Realität eine riesen Herausforderung, eben weil Du Dich vor der Veränderung drücken kannst.
​Denn Du musst ja nicht Deinen Traum leben. Keiner zwingt Dich dazu und Du kannst bis zum Ende Deiner Tage weiter machen wie bisher, im gleichen Trott, ohne Risiko, ohne Überraschungen, aber eben auch ohne Deine innere Wahrheit zuzulassen. So hast Du vielleicht schon ausgesprochen, was Du Dir wünscht und was Du aus Deinem Leben machen willst und auf einmal: AUTSCH! Die Reaktionen Deiner Freunde, Deiner Arbeitskollegen, Deines Partners oder gar Deiner Familie sind so gar nicht das, was Du Dir unter Beifall und Motivation vorstellst. Da kommen schnell Einwände bis hin zur Ablehnung und auf einmal wirst Du vom eigentlich besten Freund der Welt belächelt und als verrückt, karrieregeil etc. erklärt.
Das gewohnte Umfeld wendet sich von Dir ab und das versetzt Dir einen Stich, denn Ablehnung ist bekanntlich einer der schlimmsten Erfahrungen, die emotional schwer zu bewältigen ist.Dies ist der Moment, an dem die meisten Menschen einknicken und ich bin mir ziemlich sicher, dass es Dir wie auch mir schon so ergangen ist, dass Du nämlich zu diesem Zeitpunkt anfängst zu zweifeln und vor allem abzuwägen, was für Dich persönlich wichtiger ist: Die Sicherheit und Akzeptanz Deines sozialen Umfelds oder das unbekannte Abenteuer. Nicht umsonst wünschen die Chinesen ihren ärgsten Feinden „ein aufregendes Leben“, was so viel bedeutet wie „sollst Du doch vor lauter Stress, Ärger und Sorgen keine Ruhe mehr finden“.Doch Deine Wünsche sind das, was Dein Leben interessant und einzigartig macht und Dir Antrieb gibt, Dein Leben so zu leben, dass es für Dich Sinn macht, Dich erfüllt und Du Gutes in die Welt bringst.Lebst Du Deine Träume nicht aus, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Du irgendwann Frust aufbaust, den Du irgendwie kompensierst, betäubst und kanalisierst in Richtungen, die Dir möglicherweise überhaupt nicht mehr gut tun.Bevor Du Dich also selbst verleugnest und unnötig klein machst, schau genau hin, auf die Reaktionen Deines Umfelds und hinterfrage, was dahinter steckt. Wirst Du nach kurzer Aufruhr trotzdem bedingungslos akzeptiert und bestenfalls unterstützt auf Deinem Weg zum Glück, oder wendet sich der eine oder andere von Dir ab oder zeigt in irgendeiner Art ein Verhalten, welches Dich ausbremst?Veränderung spiegelt die Angst vor dem Unbekannten, die Angst vor Verlust, Entfremdung und konfrontiert eben auch damit, dass andere sich nicht trauen, ihr Ding zu machen. So ist es unter Umständen für den Partner viel bequemer, wenn Du immer zur Verfügung stehst und die Komfortzone schön kuschelig hältst.

Das heißt jedoch unter Umständen auch, NEIN zu sagen zu einem selbstbestimmten Leben. Das hat langfristig Konsequenzen, die nur Du tragen wirst.

Mindestens genauso interessant verhält es sich im Arbeitsumfeld, wenn Du Kollegen mit Veränderungen oder Herausforderungen konfrontierst. Hier kommen schnell Sprüche wie z.B. „ach, mach‘ Dich mal locker…Du musst mal lernen, loszulassen…bist krankhaft ehrgeizig…“ etc., was oft nichts anderes ausdrückt wie:

„STÖRE MICH NICHT IN MEINER BEQUEMLICHKEIT“

Und hinter Bequemlichkeit stecken oft Ängste, etwa, selbst irgendwann nicht mehr zu genügen oder: Dich zu verlieren.

Eines fällt mir dazu auch noch ein: Es lohnt sich oft nicht, andere von Deinem Selbstwert und Deinen Wertvorstellungen zu überzeugen. Wer Dich akzeptiert, räumt Dir gerne den Freiraum ein, den Du brauchst um Dich ganz zu entfalten.
Und wen Du bekehren willst, dass Dein Weg der vermeintlich bessere ist, dessen Wertesystem akzeptierst Du eben auch schon lange nicht mehr. Auch diese Einsicht ist ein Teil der Wahrheit und ein Teil der Veränderung.

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Alles Liebe – Deine Patrizia

Bildnachweis: Jordan Whitt, Unsplash